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Private Krankenversicherung (PKV) - Übersicht

Wachsende Sozialabgaben, steigende Ansprüche und spürbare, gesetzlich erzwungene Eigenbeteiligungen an den Krankheitskosten stellen viele Menschen vor die Frage, ob sie nicht besser eine private Krankenversicherung abschließen sollten. Rund 15,6 Millionen Menschen haben heute bereits eine private Krankenversicherung und es werden täglich mehr. Hiervon haben sich fast 8 Millionen vollständig privat krankenversichert. Die übrigen rund 7,7 Millionen verbessern ihren gesetzlichen Schutz durch eine private Zusatzversicherung.

Nur die private Krankenversicherung kann auf den Wunsch, persönliche Bedürfnisse abzusichern, eingehen. Hier bestimmt der Einzelne den für ihn optimalen Leistungsumfang je nach Lebensstandard, Einkommen und Risikobereitschaft. Vom Grundschutz, der in etwa dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht, bis zum Spitzenschutz in allen Bereichen. Rechtzeitig gebildete Rückstellungen decken die mit dem Alter steigenden Gesundheitskosten ab. Damit ist die private Krankenversicherung schon heute auf den demographischen Wandel der nächsten Jahrzehnte vorbereitet.

Freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse können sich jederzeit für die private Krankenversicherung entscheiden. Das betrifft alle Arbeitnehmer mit einem Arbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (die aktuelle Versicherungspflichtgrenze sowie weitere Informationen zum Thema finden Sie HIER) sowie Selbstständige und Beamte (einkommensunabhängig). Angestellte und Arbeiter, deren Entgelt unter dieser Grenze liegt, sind Pflichtmitglieder der gesetzlichen Krankenkassen. Sie können ihren Schutz durch private Zusatzversicherungen verbessern.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine private Vollversicherung zu gestalten: die 100%-Sicherung mit und ohne Selbstbehalt. Dieser umfassende Schutz wird häufig mit einem frei gewählten Selbstbehalt an den Kosten ambulanter Behandlung verbunden. Dieser im Voraus bestimmte Betrag von zum Beispiel jährlich EUR 200,-, 400,-- oder mehr wird von der Summe der eingereichten Rechnungen abgezogen. Er bezeichnet den Teil der Behandlungskosten, den der Versicherte selber zu zahlen hat.

Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung orientieren sich nicht am Einkommen. Sie werden individuell kalkuliert und richten sich nach Gesundheitszustand und Lebensalter bei Eintritt in die Versicherung, nach dem Geschlecht und dem Umfang der abgesicherten Leistungen.

Mit dem Alter steigt die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. 80 Jährige benötigen z.B. etwa 12 mal so hohe Aufwendungen für Arzneimittel wie 30 Jährige. Die Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen steigt ebenfalls zwischen dem 30sten und dem 80sten Lebensjahr um den Faktor 10 bis 12.

In der Beitragsberechnung wird bereits einkalkuliert, dass mit dem Alter auch die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen zunimmt. Hierfür wird eine Alterungsrückstellung gebildet, indem in jüngeren Jahren höhere Beiträge erhoben werden, als es dem Risiko entspricht.

Steigt im Alter die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, kann dies durch Entnahmen aus der Alterungsrückstellung finanziert werden.

Als zusätzliche Altersvorsorgemaßnahme wird seit dem 1.1.2000 ein Zuschlag auf den Beitrag von 10% für alle Neuversicherten erhoben - und zwar zwischen dem 21sten und 60sten Lebensjahr. Damit wird der Beitrag bei entsprechend langer Vorversicherungszeit ab dem 65sten Lebensjahr selbst dann konstant bleiben, wenn die Kosten im Gesundheitswesen weiter so steigen wie bisher. Die private Krankenversicherung ist schon heute auf den demographischen Wandel der nächsten Jahrzehnte vorbereitet.

Der Anteil alter Menschen an der Bevölkerung wird in den nächsten Jahrzehnten stark zunehmen. Heute ist jeder fünfte Bürger älter als 60 Jahre, 2030 wird es jeder Dritte sein. Die Zahl der über 85 Jährigen wird bis 2030 um 90% ansteigen.

Die Bildung von Alterungsrückstellungen dient der Zukunftssicherheit. Im Grundsatz sorgt jede Generation selber für ihre Zukunft vor. Eine Belastung künftiger Generationen findet deshalb grundsätzlich nicht statt.

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